Häufige Fragen

Die Telematikinfrastruktur (TI) soll alle Akteure des deutschen Gesundheitswesens miteinander vernetzen und den Datenaustauch innerhalb der Sektoren und über Sektorengrenzen hinaus ermöglichen. Teil dieser Struktur ist auch die elektronische Gesundheitskarte (eGK). Auf ihr werden künftig medizinische Informationen gespeichert sein und über sie soll auf medizinische Daten zugegriffen werden können. Hierfür gibt das E-Health-Gesetz einen konkreten Fahrplan mit Fristen vor.
Vertragsärzte und -psychotherapeuten sind gesetzlich zur Teilnahme an der TI verpflichtet. Schließen Sie Ihre Praxis nicht an die TI an, wird Ihr Honorar ab 01.07.2019 solange um 1% gekürzt, bis Sie Ihre Praxis an die TI angeschlossen haben und den Versichertenstammdatenabgleich durchführen.
Beim VSDM wird in Echtzeit überprüft, ob die auf der eGK gespeicherten Versichertenstammdaten aktuell sind und ob überhaupt ein gültiges Versicherungsverhältnis besteht. Zu den Stammdaten gehören Daten des Versicherten wie Name, Geburtsdatum, Anschrift und Versichertenstatus sowie ergänzende Informationen, z. B. zum Zuzahlungsstatus. Sie dienen Ihnen als Nachweis, dass der Patient versichert ist und als Grundlage für die Abrechnung der Leistungen. Diese Onlineüberprüfung ist bei jedem ersten Patientenkontakt im Quartal durchzuführen.
Das Antragsverfahren für den eHBA erfolgt über die zuständige Landeskammer. Weitere Informationen erhalten Sie auf der Seite der Bundesärztekammer.
Nein, weder der Konnektor noch der VPN-Zugangsdienst benötigen ein bestimmtes Betriebssystem auf den Praxisrechnern.
Das Vorhandensein eines freigeschalteten Praxisausweises ist Voraussetzung für die erfolgreiche Anbindung an die Telematikinfrastruktur. Bitte bestellen Sie Ihren Praxisausweis spätestens 4 – 6 Wochen vor dem Installationstermin bei unserem Partner Medisign unter www.smc-b.de/epikur. Der Praxisausweis ist ab Produktion fünf Jahre gültig und muss nach Erhalt innerhalb von 14 Tagen online aktiviert werden.
Die Bestellung bei unserem Partner Medisign über www.smc-b.de/epikur bringt Ihnen gegenüber der Bundesdruckerei sowohl einen preislichen Vorteil als auch die Möglichkeit einer quartalsweisen Zahlung. Selbstverständlich sind aber auch die Praxisausweise der Bundesdruckerei mit unserem System kompatibel.
Alle an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmenden Ärzte und Psychotherapeuten,

  • die mindestens eine hälftige Zulassung haben,
  • die in den vergangenen oder im aktuellen Quartal mindestens 3 Hausbesuche und/oder Heimbesuche nachweisen können und/oder
  • die an einem Kooperationsvertrag zur ambulanten Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen nach § 119 b SGB V teilnehmen

können ein mobiles Kartenlesegerät nutzen.

Auch Anästhesisten steht die Nutzung eines mobiles Kartenlesegeräts zu. Darüber hinaus wird jede genehmigte Betriebs- und Nebenbetriebsstätte mit den nötigen Komponenten ausgestattet. Fortführend erhalten auch ausgelagerte Praxisstätten und Praxisräume ein mobiles Kartenterminal.

Auf dieser Seite unter Linksammlung zur TI finden Sie Links zu detaillierten Informationen der gematik und der KBV.
Für die Ausstattung ihrer Praxis mit den TI-Komponenten erhalten Sie eine von der KBV und dem GKV-Spitzenverband vereinbarte Förderung.

Kosten für die Erstausstattung

  • Konnektor mit Funktion für qualifizierte elektronische Signatur: Die Berechnungsgrundlage für die Erstausstattungspauschale bildet im 3. Quartal 2018 der um zehn Prozent reduzierte Konnektorpreis aus dem Vorquartal. Dies ergibt einen ab dem 3. Quartal geltenden Preis in Höhe von 1.719 €. Dieser Preis wird ab dem 4. Quartal um weitere zehn Prozent gesenkt auf 1.547 €.
  • Stationäres Kartenterminal: 435 €
  • Mobiles Kartenterminal: 350 €
  • Startpauschale: 900 €  (für Anschlussgebühr virtuelles privates Netzwerk (VPN), Installation, Praxisausfall während der Installation, Anpassung Praxisverwaltungssystem (PVS) und Zeitaufwand Versichertenstammdatenmanagement (VSDM) in der Startphase)

Kosten für den laufenden Betrieb

  • Betriebskostenpauschale für Wartung Konnektor und VPN-Zugangsdienst: 298 € pro Quartal (248 € ab dem 3. Quartal 2018)
  • SMC-B-Smartcard (Praxisausweis): 23,25 € pro Quartal und Karte
  • HBA-Smartcard (Arztausweis): 11,63 € pro Quartal und Karte
Die Pauschalen gibt es über die jeweilige KV, entweder automatisch mit der Abrechnung, oder man stellt einen Antrag, sobald alle Voraussetzungen erfüllt sind.
In der Finanzierungsvereinbarung heißt es in § 10 Abs. 1: „Diese Vereinbarung tritt zum 1. Januar 2018 in Kraft und gilt bis zum 31. März 2022. Die Vertragspartner sind sich einig, dass spätestens im April 2021 erneute Verhandlungen aufgenommen werden, um die Betriebsbereitschaft der technischen Komponenten zum Anschluss der Vertragsarztpraxen an die Telematikinfrastruktur sicherzustellen.“
a) Ausgelagerte Praxisstätten
Von der KV genehmigte ausgelagerte Praxisstätten, die über keine eigene Betriebsstättennummer verfügen, haben keinen Anspruch auf die Erstausstattungspauschale für Konnektor und stationäre Kartenterminals. Alternativ haben diese Praxisstätten Anspruch auf die Finanzierung eines mobilen Kartenterminals, inklusive der Betriebskosten für einen zusätzlichen Praxisausweis (SMC-B).

b) Vertragsärzte
Vertragsärzte haben Anspruch auf die Erstattung der Kosten für ein mobiles Kartenterminal, wenn sie mindestens einen Tätigkeitsumfang von 0,5 gemäß Zulassungs- und Genehmigungsbescheid haben und zusätzlich eine der folgenden Bedingungen erfüllen:

  • Sie haben mindestens drei Hausbesuche nach den Gebührenordnungspositionen 01410, 01411, 01412, 01413, 01415, 01418 und 05230 im Vorquartal und/oder im aktuellen Quartal durchgeführt und abgerechnet.
  • Sie weisen den Abschluss eines Kooperationsvertrags gemäß § 119 b SGB V (Ambulante Behandlung in stationären Pflegeeinrichtungen), der den Vorgaben der Anlage 27 zum BMV-Ä entspricht, nach.
Um die Telematikinfrastruktur (TI) nutzen zu können, benötigen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten verschiedene Komponenten und Dienste:

Internetzugang
Grundvoraussetzung für die Anbindung einer Praxis an die TI ist ein Internetzugang. Ein einfacher DSL-Anschluss reicht aus. Bei der Nutzung von Modem-, ISDN- oder UMTS-Verbindungen können Verbindungsfehler auftreten.

Konnektor
Der Zugang zur TI erfolgt über einen Konnektor, eine Art Router auf einem deutlich höheren Sicherheitsniveau. Der Konnektor stellt ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) zur TI her und ermöglicht, elektronische Anwendungen unter Einsatz moderner Verschlüsselungstechnologien völlig abgeschirmt vom „normalen“ Internet zu nutzen. Daneben erfüllt der Konnektor weitere Sicherheitsaufgaben, beispielsweise die Verschlüsselung und Signatur von medizinischen Dokumenten.

Der Konnektor ist per Netzwerk mit den stationären Kartenterminals der Praxis sowie dem Praxisverwaltungssystem (PVS) verbunden und enthält das Modul für das Versichertenstammdatenmanagement. Es dürfen ausschließlich Geräte verwendet werden, die von der gematik zugelassen und vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert worden sind.

Kartenterminals
Mit den neuen Kartenterminals werden die elektronische Gesundheitskarte (eGK), der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) und der Praxisausweis (SMC-B) eingelesen. Es handelt sich um spezielle Kartenterminals, die von der gematik zugelassen und vom BSI zertifiziert werden müssen. Sie werden über das Praxisnetzwerk mit dem Konnektor verbunden und sind notwendig, um TI-Anwendungen wie das VSDM nutzen zu können.

Mobile Kartenterminals arbeiten im Offlinebetrieb. Eine Aktualisierung der Versichertenstammdaten ist damit nicht möglich, dies erfolgt ausschließlich am Hauptstandort der Praxis. Für den Betrieb eines mobilen Kartenterminals wird ein weiterer Praxisausweis oder ein eHBA zur Identifikation benötigt.

VPN-Zugangsdienst
Für den Zugang zur TI benötigen Praxen einen VPN-Zugangsdienst, der von der gematik zertifiziert worden ist. Dieser ist einem Internetprovider ähnlich, der den Zugang zum Internet bereitstellt.

Praxisausweis
Den Praxisausweis (Security Module Card Typ B, kurz: SMC-B) benötigen Praxen, damit der Konnektor eine Verbindung zur TI aufbauen kann. Die SMC-B ist am ehesten vergleichbar mit einer SIM-Karte. Sie steckt in einem Kartenterminal und wird in der Regel morgens durch PIN-Eingabe vom Praxispersonal aktiviert. Neben ihrer Eigenschaft als Ausweis hat sie wesentliche Sicherheitsfunktionen. So lässt sie sich beispielsweise zum Austausch von verschlüsselten elektronischen Nachrichten verwenden.

Der Praxisausweis ist bereits verfügbar, sollte jedoch noch nicht bestellt werden. Denn es fallen monatliche Kosten an, die Sie noch nicht erstattet bekommen. Zudem können Sie den Praxisausweis erst dann nutzen, wenn Ihre Praxis an die Telematikinfrastruktur angeschlossen worden ist. Im Rahmen der Bestellung des TI-Komplettpakets von Epikur kann der Praxisausweis angefordert werden.

Optional: Elektronischer Heilberufsausweis
Der elektronische Heilberufsausweis (eHBA) ist für den Zugang zur TI keine Pflicht, wohl aber für bestimmte Anwendungen der TI. Bereits jetzt wird er für die qualifizierte elektronische Signatur benötigt, beispielsweise für den eArztbrief, für Laborüberweisungen oder die Anforderung von Telekonsilen. Der eHBA kann bei der jeweiligen Berufskammer beantragt werden.

Die Kartenlesegeräte werden über das Praxisnetzwerk mit dem Konnektor verbunden.
Alle gematik-zertifizierten Kartenlesegeräte werden mit dem Konnektor kompatibel sein. Unser TI-Komplettpaket wird ein Kartenlesegerät enthalten, das nicht nur zertifiziert, sondern von uns besonders gründlich getestet worden ist. Dies ist wichtig, da wir auch den Support Ihrer TI-Komponenten übernehmen werden.
Hier sind von der Arztpraxis Alternativen zu DSL zu prüfen (z. B. UMTS, LTE, Modem). Wenn diese Wege auch nicht funktionieren, sollte dies der KV nachgewiesen werden. Eine Ausstattung mit TI-Komponenten ist dennoch notwendig, um dauerhaft die vollständigen Versichertenstammdaten der eGK einlesen zu können. Zukünftig sollen die sensiblen Versichertenstammdaten (z. B. DMP-Kennzeichen) in einem verschlüsselten Bereich auf der eGK gespeichert werden, welcher nur durch eine SMC-B oder einen eHBA ausgelesen werden kann. Dafür ist entweder ein neues mobiles Kartenterminal oder der Konnektor in Kombination mit einem neuen stationären Kartenterminal notwendig. Auf einen VPN-Zugangsdienst kann in diesem Fall verzichtet werden.
Mithilfe einer speziellen Software (im Rahmen der TI im Konnektor konfiguriert) wird über das öffentliche Internet eine Ende-zu-Ende-Verbindung aufgebaut, d. h. die Daten werden in einem geschützten „Tunnel“ verschlüsselt übermittelt.

Nur die Kommunikationspartner, die zu diesem privaten Netzwerk gehören, können miteinander kommunizieren und Daten austauschen. Durch das VPN werden Authentizität, Vertraulichkeit und Integrität sichergestellt. Authentizität bedeutet die Identifizierung von autorisierten Nutzern und die Überprüfung, ob die Daten von der autorisierten Quelle stammen. Integrität bedeutet, dass gewährleistet ist, dass die Daten nicht von Dritten verändert wurden. Unabhängig von der Infrastruktur sorgen VPNs für die Sicherheit der Daten, die darüber übertragen werden.

Nein, beim VPN-Zugangsdienst handelt es sich um einen eigens spezifizierten und von gematik und BSI zugelassenen Dienst. Ein alternativer Aufbau eines „eigenen“ VPN-Tunnels ist nicht möglich. Bitte konsultieren Sie für weitergehende Informationen die Website der gematik.
Der Konnektor stellt einen sicheren VPN-Tunnel zur Verbindung in die Telematikinfrastruktur her. Innerhalb dieses VPN-Tunnels steht Ihnen der sichere Internetdienst Secure Internet Service (SIS) zur Verfügung. Bei der Verwendung des im VPN-Paket enthaltenen Services SIS Standard ist lediglich eine Nutzung für TI-spezifische Datenübermittlungen gestattet, z. B. die Wartung des Konnektors. Wünschen Sie eine darüber hinausgehende Nutzungsmöglichkeit des sicheren Internetservices, also auch für private Zwecke, so können Sie die kostenpflichtige Zugangsoption SIS Power erwerben.

Secunet wird die Funktion QeS (Qualifizierte elektronische Signatur) in Form eines kostenlosen Software-Updates zur Verfügung stellen, sobald diese verfügbar ist.

Im Reihenbetrieb, in welchem der Konnektor als Firewall fungiert, ist die Internetnutzung nur über den Sicheren Internet-Service (SIS) möglich. Die gematik gestattet in diesem Rahmen eingehende Verbindungen von außen nicht. Somit ist die Verwendung der EPIKUR-Module WebDAV/CalDAV, des Webmoduls, des Fernzugriffs sowie eventuell in Ihrer Praxis verwendeter VoIP-Telefonie und ähnlicher Services, die einen Zugriff von außen auf Ihr internes Netzwerk erfordern, im Reihenbetrieb nur eingeschränkt oder gar nicht möglich. Nähere Informationen zu den verschiedenen Möglichkeiten des Netzwerkaufbaus in Ihrer Praxis erhalten Sie im Rahmen unseres TI-Ready-Checks oder im Informationsblatt der gematik.